Sunday, 23. august 2009 7 23 /08 /Aug. /2009 12:59
So, wieder mal ist viel geschehen. LADIES NIGHT wurde abgespielt, wie üblich für ein kleines Theater haben die Zuschauerzahlen in der letzten Woche noch mal richtig angezogen - die letzten drei Aufführungen waren ausverkauft - so dass wir problemlos noch ein paar hätten dranhängen können. Was natürlich leider leider nicht so einfach geht. Aber die Derniere war noch mal eine großartige Aufführung, mit einem begeisterteten Publikum, das ganz offensichtlich sehr viel Spaß hatte. Auch hier noch mal vielen Dank allen Beteiligten!

In der Zwischenzeit habe ich eine erste Drehbuchfassung von DER STOLLEN erstellt. 112 Seiten, die nun bei der MFG zur Abnahme vorliegen. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft so bringt. :-)


von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Der Stollen
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Tuesday, 12. may 2009 2 12 /05 /Mai /2009 21:59
Schwups, wie die Zeit vergeht. Jetzt sind ja schon beinahe vier Monate seit meinem letzten Eintrag vergangen. Es gab auch viel zu tun. Wir haben DIE WELLE erfolgreich zu einer wunderbaren Derniere gebracht und hatten im Februar sogar ein tolles Gastspiel bei einem Theaterfestival im Elsaß, wo wir das Stück vor 400 Zuschauern spielen durften - mal was anderes als die knapp 80, die sonst so ins Jakobus Theater passen.

Seit dem 25. April laufen die Proben für eine zweite Wiederaufnahme von mir, ebenfalls am  Jakobus Theater in Karlsruhe: LADIES NIGHT, die Geschichte über die Gruppe von Arbeitslosen, die die "tolle" Idee haben, als Stripper das große Geld zu verdienen. Was sich als ziemlich schwierig herausstellt, denn schließlich sind die fünf alles andere als Chippendales. Ob und wie sie es schließlich schaffen, kann man mit viel Musik ab dem 13. Juni sehen. Das Stück läuft dann bis Ende Juli. 



 
von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Theater
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Wednesday, 14. january 2009 3 14 /01 /Jan. /2009 22:09
Nachdem ich über die Feiertage das Bildertreatment für mein MFG-Projekt DER STOLLEN geschrieben habe, bin ich nun seit dem 10. Januar dabei, die Wiederaufnahme meines Theaterstücks DIE WELLE zu proben. Wie schon letztes Jahr ist es eine Produktion des Jakobus Theater in Karlsruhe. Das Stück erzählt eindringlich und mit einem abstrakten Bühnenbild auf das Wesentliche konzentriert die Geschichte des Schul-Experiments zur Demonstration einer faschistischen Bewegung, das 1967 an einer amerikanischen Highschool wirklich stattgefunden hat. Den meisten ist die Geschichte sicher durch den Roman von Morton Rhue (oder inzwischen vielleicht eher durch die Verfilmung von Peter Thorwarth und Dennis Gansel aus dem letzten Jahr) bekannt.

Premiere wird am 23. Januar sein. Danach läuft das Stück bis zum 21. März.


 
von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Theater
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Wednesday, 31. december 2008 3 31 /12 /Dez. /2008 17:39
Ich wünsche allen einen guten Rutsch, rauschende Feste heute Nacht und einen schönen Start ins Neue Jahr! 2008 war schon ganz gut, 2009 wird besser!


von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Persönlich
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Friday, 7. november 2008 5 07 /11 /Nov. /2008 11:11
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Letzte Woche war ich zur Recherche meines Projektes DER STOLLEN in Überlingen und habe mich mit Oswald Burger getroffen, einem Überlinger Lehrer und Historiker, der maßgeblich dafür gesorgt hat, daß der Stollen nicht in Vergessenheit gerät, und es einen Kontakt zu den ehemaligen Häftlingen gibt. Neben seiner Arbeit im Verein "Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch" hat er die Ereignisse und beteiligten Personen auch in einem Buch dokumentiert, das mir bei meiner Stoffentwicklung sehr geholfen hat.

Umso mehr freue ich mich, daß er nun auch bei der Entwicklung des Drehbuches als historischer Berater mitwirken wird. Der erste Besuch bei ihm und die kleine Führung durch Überlingen und vor allem den Stollen, die ich mit ihm machen durfte, waren sehr spannend. Ich fand es ergreifend, direkt an diesen Orten zu stehen, die mir im Laufe meiner bisherigen Arbeit an dem Projekt so vertraut geworden sind, und mir bewußt zu machen, daß genau hier vor gerade einmal 64 Jahren all diese Dinge wirklich passiert sind...


Das Feld, auf dem von September 1944 bis April 1945 das KZ Aufkirch war.



Einer der Stollengänge, so wie sie heute erhalten sind. (Den ursprünglichen Molassefelsen sieht man nicht mehr, da in den 80er Jahren der komplette Stollen aus Bausicherheitsgründen mit Spritzbeton verkleidet wurde.)



Eine der Loren, mit denen die Häftlinge den Sprengschutt in den See kippten. (Versteckt in einer solchen Lore gelang den Häftlingen Adam Puntschart und Wassili Sklarenko die Flucht.) 


von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Der Stollen
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Monday, 20. october 2008 1 20 /10 /Okt. /2008 11:00
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So, da bin ich wieder. Mit großer Freude möchte ich heute berichten: die MFG Filmförderung Baden-Württemberg fördert mein Drehbuchprojekt DER STOLLEN.

Das naturalistische Drama erzählt vor einem historisch realen Hintergrund die Geschichte der
17jährigen Käthe, die im Sommer 1944 mädchenhaft unbekümmert in der bis dahin vom Krieg unberührten Kleinstadt Überlingen am Bodensee aufwächst. Als 800 ausgemergelte KZ-Häftlinge in die Stadt kommen, um am Bau einer Stollenanlage mitzuarbeiten, wird auch sie von der nationalsozialistischen Realität eingeholt. Sie entwickelt das erste Mal eine eigene Meinung und muß sich schließlich zwischen ihrem Freund Fritz, einem kriegsversehrten Regimeanhänger, und ihrer Selbstachtung entscheiden, als sie die Gelegenheit bekommt, bei einem Fluchtversuch zweiter Häftlinge zu helfen...
MFG Filmförderung In den nächsten Monaten werde ich also in die Welt einer Kleinstadt gegen Ende des 2. Weltkrieges eintauchen und in die Köpfe von KZ-Häftlingen und SS-Männern schauen. Na, dann viel Spaß! :-)


von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Der Stollen
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Wednesday, 15. october 2008 3 15 /10 /Okt. /2008 00:44
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Nach langer Zeit der Abstinenz möchte ich mich zurückmelden.

Als Einstieg ein Hinweis auf einen lesenswerten Artikel in der FAZ von Drehbuchautor Markus Stromiedel. Die Verleihung des deutschen Fernsehpreises und der kleine "Skandal" wurden ja in den letzten Tagen schon hoch und runter diskutiert, aber woran liegt das denn, was der liebe MRR da so angeprangert hat. Vielleicht auch daran?

In diesem Sinne, bis demnächst, es gibt Neuigkeiten. (Nein, ich bin nicht Romanautor geworden... :-)


von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Drehbuch
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Monday, 30. june 2008 1 30 /06 /Juni /2008 11:06
Bis ich wieder die Zeit für einen längeren Artikel finde, hier was kleines Kurzweiliges. Zum Ausdrucken und an die Wand über den Schreibtisch hängen. :-)
Hier gefunden.

von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Drehbuch
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Tuesday, 17. june 2008 2 17 /06 /Juni /2008 00:11
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Mal wieder ein Gastbeitrag, mit einem Augenzwinkern, aber einem sehr wahren Kern, den sich so mancher Kurzfilmer zu Herzen nehmen darf.

Vielen Dank auch diesmal an
Lou_Ziffer, der von hier übersetzt hat.

Warum die meisten Kurzfilme nichts taugen
Dieser Ratgeber enthält nicht die üblichen Tipps, wie man sie in einem Studium übers Drehbuchschreiben oder Filme machen bekommt. Aber bevor man einen Amateurfilm macht, sollte man darüber mal nachdenken:

Wenn du ein Genie bist, ignorier den Kram. Aber sieh den Tatsachen ins Gesicht: Wenn du denkst, du wärst ein Genie, genau dann bist du es nicht. Also geh auf Nummer Sicher. Dann mußt du nicht lügen, wenn du gefragt wirst: „Was hast du dir dabei gedacht?“

Dolly/Zoom
Keine Frage: Das ist die ungeheuerlichste und mega-offensichtlich unkreativste uncoole totale Anfänger ROTE KARTE! Klar, Hitchcock hat sie in „Vertigo“ benutzt (der Name des Films muß bisweilen als Synonym für den Effekt herhalten), Spielberg in „Der weiße Hai“, aber genug ist genug! Es ist ein Klischee, abgenudelt und einfach durch und eine schlechte Idee. Ach ja, wir reden über eine Dolly-Zufahrt mit gleichzeitigem Zoom (bzw. umgekehrt), was den Hintergrund komprimiert und das zu filmende Objekt bleibt in dieser Zeit in gleicher Größe zu sehen. (Es ist mittlerweile so ein Zeichen für einen Anfängerfilm geworden, daß es in „The Big Picture“ als Witz in der Anfangssequenz benutzt wurde.)

Der „gequälte-Künstler-Film“
Die Geschichte geht so: Der sich quälende Künstler (Autor / Maler / Bildhauer / Musiker – in 90% aller Fälle ist es aber ein Autor) ringt mit einem inneren Konflikt (ein toter Verwandter, Abgabetermin, religiöse Verwirrung, usw.) Unsere gebeutelte Seele begegnet einer „Muse“ (schöne Frau, väterlicher Mentor, magisches Artefakt, usw.) die dem Protagonisten zu einer Art Erkenntnis verhelfen, welche dann sofort alle kreativen Blockaden wegsprengt und dem Helden zum Erfolg verhilft (Abgabetermin geschafft, Bild zu Ende gemalt, was auch immer). Der gequälte-Künstler-Film beinhaltet normalerweise einen sogenannten „Mensch-gegen-sich selbst“-Konflikt, der den Zuschauer unter Garantie innerhalb der ersten zwei Minuten in Tiefschlaf versetzt. Eng damit verbunden ist der „introspektive Schuss“, der üblicherweise den Helden etwa eine Minute zeigt, wie er ins Leere starrt – und dabei eine Zigarette raucht. Bitte legt diese Idee im Fach „wertvoll wie Scheiße“ ab.

Traumsequenzen
Wenn du nicht willst, dass dein Film wie eine abgewichste „Kung Fu“-Episode aussieht, dann lass die Finger von Traumsequenzen, Grünschnabel. Eine Traumsequenz im Film (oder im Drehbuch!) sagt immer, wirklich immer: „Mir ist nichts besseres eingefallen, um Informationen über meine Figur zu vermitteln.“ So genannte „lustige“ Traum-Sequenzen sind es nicht.

Versetzte oder geschachtelte Montage
Wenn du sagen wir 15 Minuten hast, um zum Punkt in einem Kurzfilm zu kommen, dann solltest du jede einzelne Sekunde wie Gold behandeln. Eine zeitversetzte Montage (Rücksprünge!) beweisen nicht nur deine Unfähigkeit, eine Geschichte strukturiert zu erzählen, sie läßt die Zuschauer unnötig warten. Finde einen einfacheren und effizienteren Weg, ohne auf diese allzu offensichtliche Notlösung zurückzugreifen.

Schlechter Ton
Du kannst einen richtig netten Kurzfilm gemacht haben, aber wenn der Ton schlecht ist, reißt es den (möglicherweise guten) Film richtig runter. Nichts kann einen Low budget-Film mehr ruinieren. Das Budget ist knapp, sicher. Leider widmen viele „Regisseure“ ihre Aufmerksamkeit lieber uninteressanten Kleinigkeiten wie „welche Kamera?“, statt einmal auf den Ton zu achten. Das Resultat ist nur zu oft ein nett anzusehendes Filmchen mit einem furchtbaren Ton. In die selbe Richtung geht’s, wenn man einen 16mm Film macht, und da ist die Tonspur von sich aus schon RICHTIG schlecht. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Miese Musik
Hier eine Liste von entsetzlichen Ideen für den Soundtrack:
- Synthesizer (der Porno-Soundtrack)
- Die Band von deinem Kumpel (glaub mir, die sind echt scheiße)
- das langsam gespielte, „einsame Klavier“
- die „Flamenco-Gitarre“
- die „verschmitzte Klarinette“
- das „Cello-Trauerlied“
- die „vergeistigte“ oder „verspielte“ Piccoloflöte

Auffallend falsches Casting
- Das Publikum merkt sofort, wenn Du deine bessere Hälfte für die Rolle der begehrten Frau besetzt.
- Versuch nicht jemanden, der nun wirklich grottenhäßlich ist (Im Original: „fugly“ = fucking ugly) als Supermodel zu besetzen.
- Und umgekehrt: Warum werden Boygroupmitglieder als „Computernerds“ besetzt, die nie eine Frau abkriegen?
- Falsch zusammengesetzte „Paare“: Ganz ehrlich: Würde SIE mit jemand wie IHM was anfangen? Du mußt ganz sicher sein, daß die Antwort ein klares „Ja!“ ist. Die Zuschauer glauben das nicht so ohne weiteres ohne guten Grund.
- Lass deine Freunde nicht ältere Figuren spielen – Der Babypudertrick für graue Haare funkioniert nicht. Angeklebte Bärte auch nicht.

„Augenbrauen“-Schauspiel
Es mag bei „Peter Steiner’s Theaterstadl“ funktionieren, aber fang damit nicht im Film an. Gemeint ist ein übermäßiger Einsatz der Gesichtsmuskeln, mehr wie ein Pantomime. Diese Schauspieltechnik ist nur akzeptabel, wenn die Hauptfiguren in den ersten zwei Minuten Sex haben.

Der „Nichts-passiert“-Film
Sehr gebräuchlich bei Anfängern, Filmgruppen, Studenten und um sich in Foren wichtig zu machen. Enthält eine Figur, die ihre Zeit damit verbringt, mit anderen Leuten über Sachen zu reden, die keinerlei Konsequenzen bewirken oder enthalten. Es passiert nichts, das aber bis zu 45 Minuten. Am Ende kommt ein auf der Nudelsuppe dahergeschwommener (=unmotiviert und erfundener) „Höhepunkt“ aus dem Nichts und damit wird versucht, alles aufzulösen. Da es aber vorher keinen irgendwie gearteten Konflikt gab, ist der Zuschauer schon längst eingeschlafen und verpasst das Ende.
Die üblichen Handlungsabrisse zu diesen Filmen lauten etwa so: „Die persönliche Entdeckung/Erleuchtung im Inneren des Hauptdarstellers“ oder „Die warmen Erinnerungen an meine Kindheit, die keine Sau interessiert“ oder auch „Ein Stück Leben, das uninteressanter als das echte Leben ist“ und auch „Lustige Leute, die ich kenne und die ich jetzt auf den Bildschirm bringe“,
Nahezu in der Hälfte dieser Filme kommt ein Elternteil vor, das Alkoholiker ist.

Das Feature, das sich als Kurzfilm tarnt
Im Publikum kann man oft sehen, daß die Filme, die am besten ankommen, die kürzeren sind. Man könnte argumentieren, daß die Filme eben alle Mist sind und kürzerer Mist ist besser als längerer Mist! Es könnte aber auch sein, daß das Publikum schon in einigen Kurzfilmen gesessen hat und es zu schätzen weiß, wenns zügig zur Sache geht. Im erzählerischen Kurzfilm ist jeder Moment kostbar. Es ist zu deinem Vorteil, wenn du deinen Film kürzer und interessanter und knapper machst und eben so gut durchdenkst, wie nur möglich.
Frag dich beim schreiben (und schneiden): Ist diese Szene notwendig? Ist dieser Moment wichtig? Was macht das mit dem Zuschauer? Man nennt das das „Spät-rein-früh-raus-Prinzip“. Bei Soaps sieht man sehr schön, was gemeint ist). Mach rein, was rein muß und dann nix wie weg. Länger ist nicht notwendigerweise besser. Weniger ist mehr.

„Schau mal, ich bin Regisseur“-Einstellungen
Nehmen wir z.B. die „Fischkugel-im-Vordergrund“-Einstellung, die „überkopf-ohne-Grund-nur-weil-wir-auf-einer-Bühne-sind“-Einstellung oder die „was-für-eine-coole-verkantete-Kamera“-Einstellung, und nicht zu vergessen die geschmackloseste Idee überhaupt, die „Kühlschrank-von-innen“-Einstellung, auch „Stell-die-Kamera-in-den-Briefkasten/Mülleimer/Motorraum“-Einstellung. Sei gewarnt, das ist meistens totaler Käse.

Laaaangsame Dialoge
Ein Filmdozent sagte mal, eine Sekunde „Echtzeit“ entspricht drei Sekunden „Filmzeit“. Muß man mal drüber nachdenken. Schaut mal, wie oft lange Pausen zwischen den Dialogen in vielen Anfängerfilmen sind. Warum? Wenn man „normale“ Filme schaut, kommt einem der Dialog bisweilen superschnell vor. Liegt vielleicht daran, daß man schneller hören kann, als Leute normalerweise sprechen. Wer weiß? Aber nebenbei gesagt: Diese Pausen enthüllen auch schlechte Dialogzeilen. Eine schlecht geschriebene Dialogzeile hängt in der Luft wie ein Furz, wenn sie nicht schnell von einer flotten Zeile weggewischt wird wie eine Frühlingsbrise...

Der „Ein-Witz-Film“
Ein guter Kurzfilm sollte eine Ansammlung von guten Ideen sein und nicht eine einzige Idee ausgewalzt über zehn Minuten. Egal was du machst, versuch die Zeit mit Sachen zu füllen, die andere Leute als dich selber interessieren könnten. Keine Ahnung, wieviele Filme ich gesehen habe, die über das langweilige Leben des Filmemachers selbst gehen. Bevor du loslegst, mach dir eine Liste von „guten Ideen“ in deinem Drehbuch. Davon sollte eine Menge auf der Liste stehen.

Die „lauf-in-die-Kamera“-Überblende
Das ist wirklich dämlich. Ein Darsteller läuft IN die Kamera. Dann ins Schwarz abblenden, dann läuft jemand AUS der Kamera raus.... was für eine tolle Idee, das ist ja völlig ausgefallen, das hat man ja noch nie gesehen....

Der „schrullige-Faulpelz-mit-ner-Kanone“-Film
Du bist nicht Quentin Tarantino. Versuch nicht, es zu sein.

Exzessive Video-Effekte
Blenden nur sehr sparsam einsetzen. Sie sind nicht mit dem harten Schnitt gleichzusetzen. Das gilt übrigens auch für Wischer oder sonstige Trickblenden. Die 80er sind vorbei. Videoeffekte sind vorbei.

Die „dramatische Zigarette“
Eine Figur hat eine dramaturgische Krise. Was macht er? Zündet sich eine an und pafft dramatisch in die Luft, als wolle er sagen: „Schaut her, das ist so ERNST, daß ich rauche!“ Ja, Leute rauchen, wenn sie nervös, aufgeregt oder unter Druck sind. Aber das ist keine Entschuldigung für die lange und langweilige Rauchszene, die aus Faulheit entstanden ist, weil dem Autor keine originelle Weise eingefallen ist, die Szene aufzulösen.

Die „Suche nach der Wahrheit!“
Von diesem Thema gibt es einige Varianten:
1. Der verwirrte Wissenschaftler. Die „Geschichte“ handelt von einem verwirrten, zurückgezogenem Wissenschaftler, der etwas tolles entdeckt (Suche nach Gott, der freie Wille, Moral, u.ä. ). Das wird dann in hochwissenschaftlichem aber aufgesetzt wirkendem Gelaber mit vielen, vielen Worten erklärt. Solche Filme wirken herablassend und : Man sollte wenigstens minimal recherchieren, bevor man sich lächerlich mit sowas macht.

2. Der „befreiende Film“
Schluß mit der Freundin? Bitte mach KEINEN Film darüber. Die Selbstbespiegelung „warum sie mich verlassen hat“ die zu einer Hassrede über die Natur, die Liebe, die Natur des Menschen usw. führt ist selten erhellend und üblicherweise so interessant wie einem Freund zuzuhören, das sich über seine schlecht laufende Beziehung auslässt. Kurz gesagt: Philosophische Exkurse über die menschliche Existenz, die auf einer abstrakten Ebene behandelt werden, sind eine absolute Garantie dafür, den Zuschauer zu langweilen oder zu verwirren.

„In-den-Spiegel“-Einstellungen
Nicht falsch verstehen, in einen Spiegel zu schießen kann ein toller Effekt zur richtigen Zeit und aus den richtigen Gründen sein. Aber wie viele dramaturgische Kniffe, die von Amateuren aus den falschen Gründen und zur falschen Zeit verbraten wurden, ist auch diese Einstellung mittlerweile auf dem „Lieber nicht“-Stapel gelandet.
„Boah! Super. Sie legt ihre rechte Hand auf den Spiegel und dann sehen wir ihren Freund hinter ihr rufen und das alles in einer einzigen Einstellung! Ich bin genial!“ .hcan lamhcon kneD. nieN.

Endlos lange Abspänne...
Jaja. Wir wissen, du mußt eine Menge Leute danken aber bitte bedenke die armen Zuschauer, die sich z.B. auf einem Festival durch zehn Filme dieser Art sitzen müssen. Ich habe Abspänne gesehen, die länger waren als der Film selbst...
Hier ein paar Tipps:
1. Titel schnell rollen lassen. Nein, noch schneller!
2. Kleine Schriftarten
3. Titelseiten sind schnell, aber nicht jedes Crewmitglied braucht ne eigene...
4. Muss jedem einzelnen aus dem Familienstammbaum gedankt werden?

Und hier noch ein Geheimtipp:
Mach zwei Versionen – einen kurzen für die armen unbeteiligten Zuschauer. Und einen langen (eine Art „Director's cut“), für alle die wundervollen Menschen, die an dem Film mitgewirkt haben und denen du selbstverständlich eine Kopie aushändigst.

Szene 1: INNEN / TAG Protagonist wacht auf
Es ist nicht von vornherein falsch, wenn ein Film damit beginnt, wie der Wecker klingelt, eine Hand auf den Wecker knallt, die Augenlider flattern, ein Gähnen und „Oh du liebe Zeit, schon so spät?“ Aber..... warum denn schon wieder? Das sehen wir andauernd. Oder liegt das daran, daß der Autor morgens aufwacht, sich umsieht und sagt: „Hey! Das ist ja toll!“. Hmmnöööö, ist es nicht. Schlaf weiter.

Warum sind nicht Zooms allgemein in dieser Liste?
In Filmschulen hört man häufig die ästhetische Anweisung: „Keine Zooms benutzen!“ Das ist natürlich Schwachsinn. Zooms bergen einige Gefahren, aber man kann sie schon einsetzen. Das kann cooler sein, als die in der Filmschule je begreifen werden.


von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Regie
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Tuesday, 10. june 2008 2 10 /06 /Juni /2008 13:21
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Wenn immer die Rede davon ist, sein Drehbuch bei jemandem einzureichen, frage ich mich, bei wem denn? Wo bekomme ich Adressen von Produzenten her, die sich mein Zeug auch ansehen würden und nicht sofort in die nächstbeste Mülltonne hauen?

- Dominik


Theoretisch ist jede Produktionsfirma an neuen Stoffen und Autoren interessiert, denn die brauchen sie, um Filme zu machen, und mit Filmemachen verdienen sie ihr Geld. In der Praxis muß man allerdings ein paar Dinge beachten:

Erstens paßt nicht jeder Stoff zu jeder Produktionsfirma. Die meisten Firmen haben ein "Profil", sprich, sie machen immer wieder bestimmte ähnliche Filme. Im Umkehrschluß heißt das, daß sie bestimmte andere Filme nicht machen, also auch nicht an solchen Drehbüchern interessiert sind. Überlege Dir also, welchem Profil Du Deinen Stoff zuordnen würdest, und suche dann Firmen, die Filme dieser Art schon gemacht haben.

Zweitens ist es so, daß die meisten Produktionsfirmen bereits einen "Pool" von Autoren haben, die sie kennen und mit denen sie schon gearbeitet haben. Da hat man es als fremder Neuling natürlich schwer, denn die Firmen setzen lieber auf jemand vertrautes, von dem sie wissen, daß er seine Sache auch gut macht. Wobei es inzwischen leider fast wichtiger ist, daß man etwas einfach schon mal gemacht hat, als daß man es gut gemacht hat. Ein kleines Dilemma für Anfänger...

Ich persönlich würde Dir also empfehlen, Dir eine handvoll Produktionsfirmen sehr genau auszusuchen, und dann Kontakt mit ihnen aufzunehmen, um erst mal Dich vorzustellen. Am besten bei einem persönlichen Treffen, zu dem Du in die Firma kommst. Dabei würde ich mehr Deine Person mit Deiner bisherigen Ausbildung, Vita und Filmographie in den Vordergrund stellen, als ein bestimmtes Drehbuch, das Du verkaufen möchtest. Wenn sie Dich mögen, schauen sie sich Deine Sachen schon eher an, und wenn ihnen dann dieses eine Drehbuch gefällt, kann man ja sowieso darüber reden.

Grundsätzlich ist es immer notwendig, für alle Drehbücher, die man präsentieren möchte, auch eine knackige Synopsis anbieten zu können. Kein Produzent hat Zeit und Lust, auf gut Glück mal 120 Seiten Drehbuch zu lesen. Aber wenn Du ihn nach Eurem Gespräch mit vier Seiten Kurzzusammenfassung überzeugen kannst, nimmt er sich vielleicht doch diese Zeit...

Vielleicht noch ein paar grundlegende Worte an alle hoffnungsvollen Amateur- und Freizeitautoren, die mitlesen: ich bin sicher, daß es einige gibt, die sich mit Hilfe von Fachbüchern selbst ausgebildet und nun in hingebungsvoller Mühe ein Langfilmbuch geschrieben haben, das es verdient hätte, gelesen und verfilmt zu werden. Aber diese Bücher wird keine Produktionsfirma haben wollen.

So hart es klingt, wenn Ihr nicht wenigstens einszweidrei der unzähligen Seminare zum Thema Drehbuchschreiben besucht, oder
an einer Uni szenisches Schreiben studiert habt, und man allgemein Eurem Lebenslauf ansieht, daß Ihr das Schreiben beruflich macht oder wirklich machen wollt, laßt es lieber sein!

Zumindest so lange, bis Ihr Euch die gerade genannten Dinge angeeignet habt. Denn der Weg zum beruflichen Schreiben steht natürlich jedem offen, der sich entscheidet, ihn einzuschlagen. Allerdings gibt es unter den Drehbuchautoren - im Gegensatz zu den Romanautoren - keine, die mal einfach so nebenher was geschrieben haben, und damit dann den Einstieg gefunden haben. Professionell Drehbücher zu schreiben, und in den Ablauf einer kommerziellen Produktion eingebunden zu sein, ist nun mal ein richtiger Beruf, vor allem aus Sicht des Produzenten.

Für eine Produktionsfirma geht es nämlich nicht darum, daß der Autor einmal einen guten Text abliefert, sondern vor allem darum, daß er alle geforderten Änderungen und Überarbeitungen termin-, wunsch- und fachgerecht durchführen kann. Und das trauen sie dem Amateur ohne Ausbildung einfach nicht zu. Man kann natürlich darüber streiten, ob sie sich so nicht vielleicht das eine oder andere tolle Projekt entgehen lassen. Aber die Realität sieht nun mal so aus, daß unverlangt eingereichte Drehbücher von Freizeitautoren einfach keine Chance haben, verkauft und verfilmt zu werden!


von Philipp Koblmiller - veröffentlicht in: Drehbuch
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           Philipp arbeitet als Autor
           und Regisseur für Film
           und Theater.
           Er ist Absolvent der
           Filmakademie
           Baden-Württemberg.

           Hier schreibt er über
           seinen Alltag "in der
           Branche", gibt Tipps
           und beantwortet gerne
          
Fragen zum Einstieg
           in dieselbe.

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