Im Laufe eines Filmprojektes werden normalerweise immer mehrere Drehbuchfassungen geschrieben, bis es schließlich zur Verfilmung kommt. (Von
der Pitchpapier-, Exposé- und Treatmentphase mal ganz abgesehen.)
Es gibt unzählige gute Gründe, eine Fassung zu überarbeiten: seien es einfach neue Ideen, die sich entwickeln, oder die üblichen Kürzungen einer ausufernden 1. Fassung, oder Anpassungen an
bestimmte Umstände wie Locations, Schauspieler, Verschiebung der Dreharbeiten, oder einfach Wünsche und Vorlieben des Regisseurs oder der Produzenten. Nicht immer ist dann die verfilmte
Drehfassung auch die, die man als Autor favorisiert. Bei Filmstoffen bestimmen sehr stark die subjektiven Vorstellungen der "Entscheidungsträger" über die erzählte Geschichte, vor allem die des
Regisseurs. Was eine gute Sache ist, sonst wären ja alle Filme gleich.
Meistens gibt es unter all diesen Fassungen nun eine, die man als Autor am liebsten hat. Vielleicht, weil sie näher an dem dran ist, was man
ursprünglich mal im Kopf hatte, oder einfach, weil man hier am schönsten die Figuren, die Dialoge oder die allgemeine Erzählweise treffen konnte, die zu der Geschichte "passen". Was - wie
gesagt - sehr subjektiv ist. Warum auch immer es sie gibt: um eine solche Fassung klar von den verfilmten Drehfassungen oder den fertigen Filmen zu unterscheiden, nenne ich sie in Ermangelung
eines besseren Wortes "Lieblingsfassung".
von Philipp Koblmiller
veröffentlicht in:
Drehbuch
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